Kopfschmerzen & Migräne
Wenn der Kopfschmerz im Kiefer beginnt
Sie wachen morgens mit Kopfschmerzen auf, obwohl Sie geschlafen haben. Der Druck sitzt an den Schläfen, hinter den Augen, manchmal im Hinterkopf. Neurologisch ist alles unauffällig – und trotzdem ist der Schmerz da.
Typische Anzeichen
- Kopfschmerz direkt nach dem Aufwachen
- Druck oder Ziehen an den Schläfen, das im Tagesverlauf wandert
- Schmerz, der sich beim Kauen harter Speisen verstärkt
- Migräneattacken ohne erkennbaren Auslöser
- Druckempfindliche Schläfenmuskulatur
- Beschwerden, die in Stressphasen deutlich zunehmen
- Kopfschmerzen zusammen mit Nackenverspannung
Der Zusammenhang
Der Schläfenmuskel (Musculus temporalis) ist einer der Hauptkaumuskeln – und er liegt genau dort, wo viele Menschen ihren Kopfschmerz spüren. Wird er nachts durch Pressen oder Knirschen über Stunden angespannt, entsteht ein Dauerschmerz, der sich wie Spannungskopfschmerz anfühlt.
Zusätzlich versorgt der Trigeminusnerv sowohl Kaumuskulatur und Kiefergelenk als auch große Teile des Gesichts und der Hirnhäute. Eine dauerhafte Reizung aus dem Kausystem kann deshalb Schmerzmuster auslösen, die klinisch einer Migräne stark ähneln.
Studien und klinische Erfahrung zeigen: Bei einem relevanten Teil der Patientinnen und Patienten mit chronischem Kopfschmerz lässt sich eine funktionelle Störung des Kausystems nachweisen – und mitbehandeln.
Was wir konkret tun
- Klinische Funktionsanalyse mit Palpation aller Kaumuskeln – wir prüfen gezielt, ob sich Ihr bekannter Schmerz reproduzieren lässt
- Untersuchung der Kiefergelenke und der Unterkieferbeweglichkeit
- Analyse von Zusammenbiss und nächtlicher Belastung (Knirschfacetten, Muskelverdickung)
- Bei Bedarf instrumentelle Vermessung der Kiefergelenkbewegung
- Therapie meist über eine individuell eingestellte Schiene, ergänzt durch Physiotherapie und Entspannungsübungen
- Enge Abstimmung mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Hausarzt
Aus eigener Erfahrung: Dr. von der Gracht hat selbst jahrelang unter Migräne mit Aura und Nackenverspannungen gelitten und ist heute beschwerdefrei. Ihre Geschichte lesen →
Wichtig zur Abgrenzung: Nicht jeder Kopfschmerz kommt vom Kiefer. Plötzlich auftretende, sehr starke oder von neurologischen Ausfällen begleitete Kopfschmerzen gehören immer zuerst ärztlich abgeklärt. Wir ersetzen keine neurologische Diagnostik – wir ergänzen sie um den Blick auf das Kausystem.
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